Schüler berichten

Wir haben Schüler der unterschiedlichen Jahrgänge zum Berufsbild Altenpfleger/in und ihren persönlichen Erfahrungen befragt – hier sind Ihre Antworten:

Warum haben Sie sich für diesen Ausbildungsberuf entschieden?

Herr Schütz: Ich hab mich für den Ausbildungsberuf entschieden, weil ich mit Menschen arbeiten möchte. Ich will auch in einem Bereich helfen, den viele vernachlässigen: eben alten Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt zu helfen, weil ich der Meinung bin, dass das wichtig ist. Ich will selber im Alter mal nicht da sitzen und keiner kümmert sich um mich.

Frau Viereck: Ich wollte immer ein Job mit Verantwortung haben, in dem ich etwas leisten kann und herausgefordert werde. Ich wollte außerdem Flexibilität im Job haben, dass ich einfach mal sagen kann: Ich habe unter der Woche einen oder auch zwei Tage frei, um Dinge zu erledigen, oder falls irgendwelche Schulungen anstehen.“ Ich wollte auf jeden Fall einen Job mit Zukunft haben, in dem ich immer Arbeit haben werde und der mir finanzielle Sicherheit bietet.

Frau Tabassum: Ich selber habe mich eigentlich nicht direkt dafür entschieden. Ich habe ja schon eine abgeschlossene Berufsausbildung als medizinische Fachangestellte und bin dann durch reinen Zufall in die Altenpflege gekommen. Ich wollte eh eine zweite Ausbildung machen und hatte so wahnsinnig viel Spaß bei der Arbeit und mit den Bewohnern bin ich gut ausgekommen. Ich habe mich einfach wahnsinnig wohlgefühlt, sodass ich gesagt habe ,,Ok, wenn ich die Möglichkeit habe, dann mache ich das‘‘. Mein damaliger Einrichtungsleiter hat dann auch gesagt, er würde mich sehr gerne als Fachkraft behalten. Deswegen hat er alles in die Wege geleitet damit ich das dann machen konnte. Das war alles ziemlich kurzfristig, von einem Monat zum nächsten. Aber wir haben doch noch alles geschafft und ich bin froh darüber. Ich selber wäre nie darauf gekommen, in die Altenpflege zu gehen. Ich habe damals die Großeltern von meinem Lebensgefährten mitgepflegt und hatte da schon keine Schwierigkeiten damit. So habe ich mir einfach gedacht „Gut, probierst es mal aus“, aber dass es mir dann so liegt und so viel Spaß macht hätte ich nicht gedacht!

Was macht Ihnen Spaß an der Ausbildung?

Herr Schütz: Mir macht an der Ausbildung Spaß, dass ich mit Menschen arbeiten kann. Anders als zum Beispiel in der Krankenpflege hat man keinen häufigen Wechsel der Patienten. Ich kann eine Beziehung zu den Bewohnern aufbauen. Und ich habe die Möglichkeit, ihren Lebensalltag mitzugestalten. Das ist das, was mir am meisten gefällt.

Frau Tabassum: Ich liebe es, wenn ich auf ein Stockwerk komme und die Bewohner sehe und kenne. Mit einigen fahre ich manchmal wild durch den Hausflur. Die lachen dann mit mir, wir singen, wir tanzen, wir drehen die Musik im Aufenthaltsraum auf. Es sind zwar einige dabei, die Schlager und ältere Musik mögen, aber viele Lieder kennt man da ja auch. Ich mache Modenschauen oder geh raus in den Garten. Es macht einfach Spaß, es ist wie mein Zuhause. Ich komme an und weiß, da hast du deine Bewohner und deine Kolleginnen, mit denen du wirklich gut zurechtkommst. Ich geh wahnsinnig gerne auf die Arbeit, wenn sie mich einfach anlächeln und sich bedanken. Und dann gehe ich mit einem guten Gefühl nach Hause, weil ich weiß, ich habe was Gutes getan, mache meine Arbeit richtig, ich helfe ihnen. Und am nächsten Tag mach ich es wieder und das gerne.

Was sind Ihre täglichen Aufgaben?

Herr Jusupovic: Jeden Tag  für die Menschen da sein und sie im täglichen Leben zu unterstützen. Das ist unser Job: einfach für unsere Bewohner da  zu sein, egal worum es geht.

Wie haben Sie sich hinsichtlich Ihrer Persönlichkeit verändert?

Frau Lechner: Richtig viel. Es waren Meilensteile für mich am Anfang, da war ich wirklich ganz klein und unscheinbar, habe mich immer versteckt. Wenn mich jemand gefragt hätte wegen einem Interview, dann wäre ich die erste gewesen, die irgendwo in der Ecke gestanden und gesagt hätte ,,Nein bitte nicht, ich will nicht.‘‘ Ich bin jetzt selbstbewusster, übernehme mehr Verantwortung für mich und auch für andere. Ich traue mir viel viel mehr zu. Vorher wäre es ein Unding für mich gewesen, als sowas wie eine Ausbildungsbotschafterin vor einer ganzen Klasse zu stehen. ,,Ich? Niemals!‘‘ Und mittlerweile sage ich ,,Doch, es macht Spaß!‘‘ Ich hatte zwar bis jetzt nur zwei Vorträge aber es hat sich für mich einiges verändert, es hat mich persönlich weitergebracht.

Welche Charaktereigenschaften muss man als Altenpfleger mitbringen?

Frau Meindl: Man sollte offen sein, hilfsbereit, einfach ein fröhlicher Mensch sein und positive Energie mitreinbringen. Wenn man diese Charaktereigenschaften hat, kann man schon in den Beruf starten.

Frau Tabassum: Am wichtigsten ist für mich die Empathie, Einfühlungsvermögen gehört zu diesen Beruf einfach dazu. Man braucht auch eine Art von Helfersyndrom. Wenn man nicht schon von vornherein gerne Leuten hilft, macht es auch kein Sinn, in diesem Beruf zu arbeiten.  Das sind für mich die beiden Hauptdinge, dann geht der Rest von ganz allein.

Wollen Sie nach der Ausbildung in Ihrem erlernten Beruf weiter tätig sein?

Herr Schreiner: Ja, aber ich möchte auch gleichzeitig Lehrer werden und dann noch selber etwas lernen gehen. Also meinen Wissensschatz erweitern und das, was ich da ansammle, weitergeben. Das ist das, wo ich mal hinmöchte – und dann vielleicht auch noch hoch zur PDL.

Wie kann man sich weiterentwickeln?

Frau Viereck: In der Pflege kann man sich unglaublich viel weiterentwickeln. Man kann selbstverständlich in die Führungsposition gehen, ins Management, wie PDL oder EL. Man kann mit Schülern arbeiten, wenn man Mentor oder Mentorin werden möchte. Man kann sich in der Altenpflege selbst spezifizieren, zum Beispiel mit der Gerontopsychiatrie oder als Wohnmanager/in.

Haben Sie Tipps für die neuen Schüler?

Frau Viereck: Traut euch in die Pflege und traut euch vor allem was zu. Vergesst nicht: nach der Zeit der Ausbildung habt ihr unglaublich viele Möglichkeiten die euch offen stehen!