Besuch Dr._Mller_120130Auf Einladung der CSU Seniorenunion Aichach-Friedberg besuchte Dr. Gerd Müller am 30. Januar 2012 das Seniorendomizil Haus Gabriel in Kissing.  Als parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschasft und Verbraucherschutz ist auch der Gesundheitsbereich sein Thema. Beim Hausrundgang und dem anschließenden Pflege-Gespräch mit den Wohnbereichsleitungen und Pflegedienstleiter Hans-Peter Müller wurden aktuelle Herausforderungen der Pflege besprochen und diskutiert. Schwerpunkt war der Fachkräftemangel und die Ausbildungssituation.

Angesichts der demographischen Entwicklung mit einer prognostizierten Verdoppelung der an Demenz Erkrankten in den kommenden zehn Jahren, ist die Frage nach Betreuungsangeboten zu klären. Viel dramatischer allerdings ist die Suche nach geeignetem Pflegepersonal. Wolfgang Frühschütz, Geschäftsführer der Betreiber-Firma compassio GmbH & Co. KG war extra aus Ulm angereist, um die Anliegen der Pflege vorzubringen. Der Fachkräftemangel und die Ausbildung sind wesentliche Punkte eines Positionspapieres, mit denen sich compassio konstruktiv auseinandersetzt. compassio bildet innerhalb des Unternehmensverbundes derzeit 120  junge Menschen aus. Problematisch speziell in Bayern ist die Finanzierung der Ausbildung, erklärt  Frühschütz. „Nach wie vor ist es an Altenpflegeschulen üblich, dass von den Schülern Schulgeld und/oder Verwaltungsgebühren bzw. Schulgebühren erhoben werden. Dies ist ein untragbarer Zustand. welcher umgehend behoben werden muss“, so der Geschäftsführer.  Wenn an einem Drittel der Altenpflegeschulen heute keinerlei Schulgeld verlangt wird, dann sei dies zwar lobenswert, jedoch auf lange Sicht inakzeptabel. Der Bedarf an Altenpflegeschülern steigt kontinuierlich an. Die Träger in der Altenhilfe kämpfen und konkurrieren mit Handwerk, Industrie und Dienstleistungsgewerbe um junge Menschen in der Ausbildung. Die Rahmenbedingungen der Ausbildung sollten in der Wettbewerbssituation zumindest so gegeben sein, dass Personen, die sich für die Ausbildung in der Pflege entscheiden, keinen Nachteil haben. „Im Handwerk und in der Industrie ist es undenkbar, dass Auszubildende Schulgeld bezahlen“ stellt Frühschütz den Vergleich an.
Darüber hinaus wird in Bayern die Ausbildung nicht über eine Umlage finanziert, sondern die Kosten der Ausbildung werden durch die jeweilige ausbildende Einrichtung auf den Pflegesatz aufgeschlagen. Dies führt dazu, dass die Bewohner dieser Einrichtung einen höheren monatlichen Eigenanteil zu entrichten haben. Für den Bewohner bedeutet dies eine monatliche Mehrbelastung von 30 bis 60 Euro. Gegenüber Einrichtungen, die nicht ausbilden, entsteht hier ein gravierender Wettbewerbsnachteil. Die Konsequenz ist, dass sich viele bayerische Pflegeeinrichtungen überlegen, ob und wie viele Schüler sie ausbilden. Darüber hinaus, so Frühschütz, sind weitere Maßnahmen notwendig, um den Herausforderungen  für die Zukunft gewappnet zu sein: Bundesfreiwilligendienst, FSJ, Berufsbegleitende Ausbildung zur Fachkraft in Teilzeit, speziell für Frauen mit Kindern sowie die Anerkennung von Heilerziehungspflegern als Fachkraft in der Altenpflege, würden die personelle Situation ebenfalls entschärfen.

Staatssekretär Dr. Müller zeigte sich insgesamt beeindruckt von der Qualität der Betreuung und Pflege und bezeichnete das Haus Gabriel als Vorzeigeobjekt. Zum Abschluss des Treffens machte er nochmals deutlich, wie wichtig die Berufe in der Pflege sind. "Die bayerischen  Pflegeheime bieten eine sehr gute Qualität und innovative, fortschrittliche Betreuungskonzepte. Wir sind alle aufgefordert weiterhin am Image und Attraktivität der Pflegeberufe zu arbeiten", so der Staatssekretär. Er versprach die angsprochenen Probleme in seine politische Arbeit auf Landes- und Bundesebene mitzunehmen. Allerdings, so Müller, dürfe neben den bundesweit 16.000 stationären Pflegeeinrichtungen die Familie als größte Pflegeeinrichtung nicht in Vergessenheit geraten. Diese gelte es auch in Zukunft noch mehr zu unterstützen und zu entlasten. Die Honorierung der Pflege von Demenzkranken zu Hause durch Angehörige ist ein wichtiger Aspekt der kürzlich begonnenen Pflegereform, stellte Dr. Müller fest.

Bild: Staatssekretär Dr. Gerd Müller beim Hausrundgang im beschützten Wohnbereich


Sie möchten bei uns Wohnen oder eine Anfrage an uns senden? Kein Problem, einfach hier klicken!

Mit unserem Pflegesatzrechner
können Sie die voraussichtlichen
Gesamtkosten ermitteln
sowie Ihren Eigenanteil.

Karriere & Job

Karriere und JobDer Schlüssel für unseren Erfolg sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ihr Engagement und Freude am Beruf sind uns wichtig.

Mehr Infos...

Ehrenamt

EhrenamtEhrenamt tut gut! Mach mit. Gemäß diesem Motto unterstützen und fördern wir ehrenamtliches Engagement in unseren Einrichtungen.

Mehr Infos...